Everyday Women: Andrea Bunod über die Reise zu mehr Selbstvertrauen

Everyday Women: Andrea Bunod über die Reise zu mehr Selbstvertrauen

Andrea Bunod ist Teil von Everyday Women - und im Rahmen einer Serie in diesem Sommer geben wir durch die 24-jährige Pariserin Einblicke in die Stadt der Lichter und der Liebe und eine ehrliche Sichtweise auf das Leben einer jungen Frau mit Übergröße.


Ich bin Andrea, eine vierundzwanzigjährige französische Krankenschwester, die vor etwas mehr als einem Jahr nach Paris gezogen ist. Ich beschreibe mich selbst als ewige Entdeckerin, Feinschmeckerin und Kunstliebhaberin, so dass diese Aspekte von mir natürlich auch in meinen Beiträgen auftauchen werden. Ich bin auch das, was die Gesellschaft eine Frau mit Übergröße nennt.


Ich denke, es ist an der Zeit, dass Frauen aus allen Ländern, in allen Formen, in allen Lebensphasen, ihre innere Stärke erkennen und nutzen.


Es gibt einige einfache Dinge, die du tun kannst, um jeden Tag ein bisschen mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Das kann ein ausgelassener Tanz in deinem Wohnzimmer sein, ein neuer Lippenstift, den du schon immer mal ausprobieren wolltest, die liebevolle Kommunikation zu deinen Mitmenschen oder ein leckeres Gericht zu kochen, während du dir dabei einen großartigen Film ansiehst.


Doch zusätzlich zu diesen alltäglichen Situationen würde ich gerne über die gesamte Reise sprechen, die damit verbunden ist, Selbstvertrauen zu erlangen. In diesem Beitrag werde ich versuchen, die Komponenten zu erläutern, die mir geholfen haben, meine „Reise des Selbstbewusstseins“, wie ich sie nenne, in einigen Etappen anzutreten.


Als große und kurvige Teenagerin aufzuwachsen, war nicht immer einfach. Mit der Zeit fand ich jedoch einen Weg, dies zu einer großen Stärke zu machen.

Ich habe mein Selbstvertrauen durch die Art und Weise, wie ich mich kleide und wie ich auf meine Wünsche und Gemütszustände höre, aufgebaut.

Eine Kleinstadtfranzösin in geliehenen Kleidern

Ich bin in einer kleinen Stadt in Südfrankreich aufgewachsen. Als Teenagerin hatte ich immer das Gefühl, anders zu sein, aber ich wusste nicht, wie ich dieses Gefühl in eine Stärke verwandeln sollte. Ich war immer etwas größer und korpulenter als meine Freunde. In einer Menschenmenge bin ich immer aufgefallen.


Als ich jünger war, war es nicht immer einfach, mit diesen Blicken umzugehen. Es gab einige Orte, zum Beispiel Bekleidungsgeschäfte, in denen ich mich unwohl gefühlt habe. In den meisten Bekleidungsgeschäften für junge Leute war nie meine Größe (ob Länge oder Taillenumfang) vorhanden. Also musste ich bereits als junge Teenagerin in der Frauenabteilung einkaufen.


Als ich 13-14 Jahre alt war, habe ich mich bereits wie eine junge Frau gekleidet. Das war eine gute Ausrede für mich, um die Kleidung meiner Mutter zu stehlen. Ich glaube, das war auch der erste Schritt auf meinem Weg zum Selbstbewusstsein. Da ich Kleidung für Erwachsene trug, fühlte ich mich erwachsener. Ich wurde älter wahrgenommen, als ich war und fing an, mich auch so zu fühlen, und das hat mir wirklich geholfen.


Meine Kleidung spricht in irgendeiner Art und Weise für mich - durch die Emotionen und Schwingungen, die sie vermittelt. Ich trage nur Kleidung, die mich selbstbewusst und schön fühlen lässt. Selbstbewusst in meiner Kleidung zu sein, ist ein wesentlicher Bestandteil.

Die Art und Weise, wie ich mich kleide, ist ein wichtiger Faktor auf meinem Weg zum Selbstbewusstsein.

Das Krankenschwester-Syndrom

Während meiner Adoleszenz wurde ich immer als "Mutter" in meinem Freundeskreis angesehen. Ich war diejenige, die sich immer um die anderen sorgte. Ich war die Freundin, die man mitten in der Nacht anrufen konnte, nur um zu reden und sich zu beruhigen. Das Vertrauen, welches mir meine Freunde entgegenbrachten, war einer der Faktoren, die mich schon früh selbstbewusst machten. Denn so wusste ich, dass ich stark genug war für Menschen, die sich auf mich verlassen.


Als angehende Krankenschwester musste ich mich um andere kümmern, aber meine Mitmenschen haben sich auch auf meine beruflichen Fähigkeiten verlassen. Die Anstrengungen, die ich in mein Studium gesteckt habe und der persönliche Nutzen, den ich daraus gezogen habe, haben mir jeden Tag mehr Selbstvertrauen gegeben. Als ich meinen Abschluss als Krankenschwester machte, wurde mein Selbstvertrauen noch stärker, weil ich in der Lage war, Teil eines Teams zu sein und mich um unsere Patienten zu kümmern.


Krankenschwester zu sein, ist für mich sehr bedeutsam – denn ich wollte diesen Beruf ausüben, seit ich 13 Jahre alt war. Trotz der Schwierigkeiten, die mein Beruf mit sich bringt, überrascht er mich jeden Tag. Auch weil ich weiß, dass ich in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten kann. Derzeit arbeite ich in einer kritischen psychiatrischen Abteilung für Frauen, aber ich weiß, dass ich auch in Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten, Unternehmen usw. arbeiten könnte und ich glaube, dass ich durch die Vielseitigkeit dieses Berufs so viel Selbstvertrauen aufbauen kann, weil ich Kompetenzen habe, die ich in verschiedenen Bereichen einsetzen kann.

Die Macht des Unbekannten

Der letzte Faktor, über den ich sprechen möchte, ist es, Dinge zu tun, von denen du nie wusstest, dass du diese umsetzen kannst. Das Erreichen von Zielen, die du für unerreichbar hieltst, ist ein magischer Weg, um dein Selbstvertrauen zu stärken. Vor kurzem habe ich Dinge getan, die ich mir vorher nie zugetraut hätte - nur weil ich mir meiner vollen Stärke nie bewusst war.


Als Erstes bin ich vor ein paar Jahren in eine neue Umgebung gezogen: in das wunderschöne Paris. Ich verließ meine ruhige südfranzösische Stadt und zog in die Hauptstadt. Der Umzug in die Stadt war eine große Entscheidung für mich und ich musste mir selbst ziemlich viel zutrauen, um das zu schaffen. Rückblickend war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.


Dann habe ich an einer großartigen Veranstaltung der Marke Zizzi teilgenommen. Ich wurde vom Team zusammen mit fünf anderen schönen und mutigen Frauen zu Fotoshootings und Interviews eingeladen, um die Schönheit und Authentizität von "Everyday Women" zu demonstrieren. Ich fühlte mich sehr geehrt, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu dürfen. Ich sollte von Frankreich nach Dänemark reisen, um an einer Veranstaltung mit anderen Frauen aus anderen Kulturen teilzunehmen. Ich hätte verängstigt sein können, aber ich sah das als eine unglaubliche Chance und ein Abenteuer, also habe ich es einfach gemacht.


Es war richtig, dass ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen habe, denn seitdem fühle ich mich noch selbstbewusster und mutiger.



Die "just do it"-Mentalität

Zusammenfassend glaube ich, dass die wichtigsten Faktoren und Schritte, die es mir ermöglicht haben, meine "Reise des Selbstbewusstseins" zu beginnen und aufzubauen, darin bestanden, dass ich mich jeden Tag selbst kennenlernen durfte, dass ich von Menschen, die ich liebe, unterstützt wurde, dass ich einen Beruf ausüben kann, der mich inspiriert, und dass ich Ziele erreiche, die ich für unerreichbar hielt, und dabei Kleidung trage, die mir das Gefühl gibt, mutig und unaufhaltsam zu sein.

Vergiss niemals, dass du die einzige Person bist, die dich bedingungslos und für immer lieben wird, also nutze die Chance, eine großartige Reise mit dir selbst zu beginnen!